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Die Craft Bike Transalp Challenge 2010 – eines der härtesten MTB Rennen im Profil

Freitag, 6. August 2010

moooove RacingTeam Transalp

Hinter jedem Fahrer steht eine Geschichte, und jeder Etappentag bringt neue Geschichten: Von verlorenen kostbaren Minuten und Beinen, die am ersten Berg stark sind. Von Sehnen, die schmerzen trotz Voltaren, von Schürfwunden auf Schotterwegen und Brennesseln, in die Fahrer stürzen. Von Flachstücken, an denen gebolzt wird bis zum Anschlag und Rampen an denen die Fahrer bei Maximalpuls Sternchen sehen.

Katja und Harald

Es gibt den Blick auf die Ergebnisliste und den Blick auf die Berge – und 550 Zweier-Teams, die unterwegs sind von Füssen im Allgäu bis Riva am Gardasee. Nicht alle kommen an, aber über jeden gibt es so viel zu erzählen.
Knapp 20.000 Höhenmeter und fast 600km legt jeder der Fahrer und Fahrerinnen auf den insgesamt acht Etappen der Transalp Challenge mit dem Mountainbike zurück.

Stefan und Philipp am Start

In fünf unterschiedlichen Kategorien sind Profis wie Spaßradler vertreten: Fast 250 Herren-Teams, knapp 20 Damen-Teams, ca. 160 Master Teams (Gesamtalter 80 Jahre), 35 Senior Master Teams (Gesamtalter 100 Jahre) und knapp 70 Mixed Teams (ein Herr und eine Dame). Dazu ein riesiger Tross an Wohnmobilen und Begleitfahrzeugen, der sich jeden Morgen wie ein träger Lindwurm wieder neu in Richtung des nächsten Etappenortes wälzt. Das logistische und organisatorische Wirrwarr des täglichen Auf- und Abbaus von Start, Ziel, Camp und Expo ist noch atemberaubender und schneller als ein großer Wanderzirkus. Kaum ist das Startlied „Highway to Hell“ verhallt, die

Warm Fahren

letzten Fahrer über die rote Matte der Startzeitmessung gerollt, wird schon alles weggepackt und weggefahren. Der Platz, wo eben noch über Tausend Fahrer dem Start entgegenfieberten, ist verlassen als wär’s nur ein großer Spuk gewesen.

Lukas und Flori

Auf der Rennstrecke jedoch fährt der Puls steil nach oben. Zumindest an den ersten Etappentagen, wenn die Fahrer noch frisch sind, die Beine die vielen Höhenmeter gut wegstecken und das Fahrerfeld in einer großen Wolke aus Adrenalin und Staub über die Schotterwege braust. So ab der 3. Etappe wird es schon kräfteraubender. Ob ein Fahrer danach stehend k.o. ist oder super Beine hat, wird völlig unberechenbar. Die fünfte und schwerste Etappe von Livigno nach Ponte di Legno mit über 100km, knapp 3.500Hm und vielen Trails, wird für manche der allerstärkste Tag und für andere eine nicht enden wollende Hölle – zum Mortirolo Pass geht es am Stück 1.500Hm und 15km lang Serpentine für Serpentine nach oben.

Materialschaden

Jeder Etappentag steckt voller Risiken und ist völlig unvorhersehbar. Es gibt unzählige Möglichkeiten des Materialschadens, die auch dem stärksten Fahrer zum Verhängnis werden können. Innerhalb weniger Sekunden kann eine, über Tage hinweg erzielte Top-Platzierung auf einen Schlag zunichte sein. Da reicht es, wenn der sprichwörtliche Stein im Weg liegt: Im Nu ist ein Laufrad geschrottet und zwingt den schlimmsten aller Zustände herbei: Stillstand während die Uhr läuft und Team für Team weiter vorbeirasen. Mit jeder Minute und mit jeder Sekunde rutscht die Platzierung abwärts. Je stärker der Fahrer, desto schlimmer die Hölle der verlorenen Zeit. Und es geht unglaublich schnell ins Zeitverderben: Ein Richtungsweiser abgerissen und in wenigen Sekunden sind 100 oder 200 Höhenmeter falsch abgefahren, die wieder zeit- und

Versorgungsteam

kräfteraubend hochgekurbelt werden müssen. Keine Transalp auf der das nicht passiert. Jeder Kettenklemmer, jede Panne zerrt an den Nerven der Teams, die auf Platzierung fahren. Da werden Ersatzkartuschen verschossen, Ventile aus Hektik abgebrochen oder in Gluthitze volle Flaschen auf ruppigem Trail verloren.

„Wasser, Iso, Cola!“ Nichts geht ohne Flüssigkeit. Wer sie nicht bekommt, hat verloren. „Gel, Riegel, Banane!“ Nichts geht ohne Kohlehydrate. Wer sie nicht bekommt, hat verloren. „Alles ok?“ Wer stürzt und nicht weiterfahren kann ist raus. Und wer durch eine oder mehrere Pannen in der Platzierung nach hinten fällt, muss am nächsten Tag aus einem der hinteren Startblöcken wieder nach vorne fahren. Wenn die Strecke mit einer Bergabpassage beginnt oder bald über anspruchsvollen Trail führt, dann ist

Wasser, Cola, Iso

das für die zurückgeworfenen Fahrer immer ein zusätzliches Handicap. Sie verlieren Zeit und Kraft durch die vielen, oft riskanten Überholmanöver bis sie sich durch das große Feld der langsameren Teams wieder nach vorne gekämpft haben. Je nach Strecke und Wetterlage, ist es manchmal unmöglich diesen Nachteil wieder wett zu machen. Viel Nervenstärke und eine gute Portion Humor sind nötig, um mit den täglichen Transalp-Kalamitäten fertig zu werden.

Wenn alles gut läuft, die Beine stark waren, der Magen nicht revoltiert hat, auf dem Trail freie Fahrt war, und keine Panne die Platzierung für den Start aus dem vorderen Block am nächsten Etappentag zunichte macht, dann war der Tag groß. Daumen nach oben und ein dickes Grinsen im Gesicht – das Team wächst

Harald

über die Etappen hinweg zusammen und manchmal ein gutes Stück über sich hinaus. Der Stärkere unterstützt den Kollegen und gibt Schub oder zieht – was ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Leinen oder ähnliches durchaus erlaubt ist. Unter den top ten mixed Teams ist diese Art der Unterstützung Standard.

Und dann ist er da – der Tag acht. Die letzte Etappe nach Riva an den Gardasee ins Ziel. War es lang, war es kurz, ging es schnell, ging es langsam? Wer weiß das schon, die Teams kennen nur eines: gemeinsam ankommen im Ziel, über die rote Matte der letzten Zeitnehmung rollen, als wär’s der rote Teppich. Beklatscht werden sie alle – Fahrer oder Helden, jeder mit seiner Geschichte. Und die Geschichten der fünf moooove RacingTeams auf der Craft Bike Transalp Challenge lest ihr hier.

Unsere fünf moooove RacingTeams auf der Craft Bike Transalp:

Stefan und Philipp

Flo und Lukas

Stefan und Philipp – unser junges leistungsstarkes Herren Team, das um die hart umkämpften Plätze und Weltcuppunkte hinter den Profis im Feld der besten Amateure fährt;

Lukas und Florian – unser zweites starkes Herren Team, das unseren „jungen Wilden“ mal mehr und mal weniger dicht auf den Fersen ist;

Patrick und Matthias – unser drittes Herren Team, das locker die Hälfte aller Herren Teams hinter sich lässt;

Wolfgang und Gwenda – unser mixed Team, das unter die Top Ten in ihrer Klasse fährt;

Harald und Katja – unser zweites mixed Team, das unter die Top Twenty in Ihrer Klasse fährt.

Wolfgang und Gwenda

Matthias und Patrick

Technischer Support und Betreuung von moooove auf der Craft Bike Transalp 2010:

Um die fünf moooove RacingTeams optimal auszustatten und zu versorgen hatte moooove einiges an Mensch und Material mobilisiert: 14 Betreuer, sieben Fahrzeuge und ein Expo-Stand bewegten sich jeden Tag von Etappe zu Etappe mit den Fahrern. Täglich wurden zwei bis fünf Verpflegungsstationen an der Strecke eingerichtet, der moooove Expo-Stand für Besucher und Fahrer aufgebaut, die Räder der Fahrer gewartet und gereinigt, Shuttleservice zum Hotel und Massage im Hotel für die Fahrer organisiert, Rollentrainer zum Ein- und Ausfahren aufgestellt, Dutzende von Gepäckstücken auf die Zimmer verteilt, unzählige Trinkflaschen befüllt, tägliche Fahrer- und Betreuerbesprechungen durchgeführt,
und jede Menge Messdaten der Fahrer aufgezeichnet und ausgwertet zu haben,

Betreuerteam

Katja und Harry

alles on time zu managen, zu instruieren, zu filmen, zu fotografieren und zu dokumentieren, war schon eine Meisterleistung. Die Vor- und Nachbereitung eines Etappentages ging oft von sechs Uhr früh bis weit nach Mitternacht. Ganz zu schweigen von den intensiven Vorbereitungen im Vorfeld der Craft Bike Transalp, die den reibungslosen Ablauf überhaupt erst möglich machten. Doch das Ergebnis war die Mühe wert: moooove präsentierte sich durchweg als professionelles und eingespieltes Team. Ob Coach, Organisator, Techniker, Betreuer oder Fahrer – jeder machte seinen Job bestens und half, wo immer es nötig war.

Ebenso wichtig war die Unterstützung der Sponsoren, ohne die solch ein Projekt nicht möglich wäre. Allen voran BlackTusk und Knowledgepark. Vielen Dank an sie und auch an schönrad, sebamed, CEP, Dynamic, SQ-Lab und GMC.

Kategorie: Allgemein

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